Tomaten und deren Verarbeitung

Ja, zugegeben, Tomaten selber anzupflanzen kann aufwendig sein, vor allem wenn man mit dem eigenen Saatgut, also vom Samen her, anfängt. Aber was für eine wundervolle Ernte kann das geben! Und das Schönste ist: die Sorten die man selbst anbaut, gibt es in keinem Supermarkt zu kaufen!

Wir haben eine Fleischtomate, die ist so lecker, da freuen wir uns das ganze Jahr darauf. Sie hält aber in geernteter Form maximal 4 Tage, das heißt für einen Verkauf im Supermarkt ist sie denkbar ungeeignet.

Die Sortenvielfalt ist schier unendlich und genauso die Geschmäcker! Am besten besorgt man sich Samen von Freunden, Nachbarn, Tauschbörsen oder von Biosaatgutherstellern. Unbedingt darauf achten, dass es samenfestes Saatgut ist, d. h. dass man aus den reifen Tomaten die Samen nehmen kann, um daraus im Folgejahr wieder Tomaten zu ziehen.

Alle Saaten mit dem Zeichen „F1“ sind Hybride und da funktioniert das nicht. Auch würde ich keine Samen aus Supermarkttomaten nehmen, denn die kommen vielleicht aus einer anderen Klimazone oder sind sehr speziell gezüchtet.

Um die Samen zu ernten, nehme ich eine reife, schöne Tomate, schneide sie auf und lege mit einem Teelöffel ein paar Samen auf ein Küchenkrepp. Auf dem Krepp lasse ich sie trocknen (bei Raumtemperatur) und beschrifte das Küchenkrepp mit einem Edding. Nach ein paar Tagen falte ich das Krepp zusammen und lege es in eine Schachtel zum Saatgut fürs nächste Jahr. Und Ende Februar des Folgejahres wandern diese Samen dann in Anzuchterde.

Ausgepflanzt werden sie erst nach den letzten Frösten im Mai. Sie müssen nicht unbedingt ins Gewächshaus, aber eine Überdachung ist sinnvoll, da die Tomaten keinen Regen mögen. Meist habe ich ein paar Pflanzen zu viel. D. h. ich habe keinen Platz mehr im Gewächshaus oder unter einer Überdachung, dann setzte ich die übrigen Pflanzen ins Freiland. Das klappt mal gut, mal so lala und mal gar nicht, je nach Wetterlage. In diesem Jahr (2026) hat es gut geklappt und wir haben auch von den Freilandtomaten gut geerntet. Diese habe ich aber nicht hochgebunden und weniger ausgegeizt als die überdachten Kollegen. Sie laufen eher so mit und ich kümmere mich weniger darum. In diesem Jahr hat das geklappt. Bei den Tomaten unter Glas/unter Dach binde ich die Pflanzen hoch und geize regelmäßig aus (d. h. ich nehme die Zwischentriebe raus und konzentriere die Pflanze auf einen oder zwei Haupttriebe), ich entferne einiges an Blättern (damit mehr Kraft in die Tomaten geht und nicht so viel in die Blätter) und gieße mindestens einmal die Woche kräftig. Gerne auch mit Brennnesseljauche. Gießen am besten von unten, also nur am Stamm.

Ja und dann die Ernte! Hier kommt dann relativ viel auf einmal. Da wir auch super gerne Tomatensauce essen, ist dass die Wahl unserer Einkochmethode für Tomaten. Bis jetzt haben wir es noch nie geschafft unseren Saucenbedarf für ein Jahr zu decken. Und das wird wohl auch nie passieren. Da ich aber nicht jede Woche eine kleine Charge einkochen will, habe ich mir angewöhnt die Tomaten zunächst im Ganzen einzufrieren. Ich nehme hierfür einen lebensmittelechten Eimer mit Deckel (es gehen natürlich auch Gefrierbeutel), wasche die Tomaten und schneide die Stängel raus. Dann stelle ich den gefüllten Eimer in die Gefriertruhe und sammle so erst einmal Tomaten. So kann ich, je nach Ernte, eine größere Menge Tomatensauce auf einmal einkochen. Sahne würde ich bei der Sauce nicht hinzugeben, das kann schiefgehen. Falls man Tomatensauce mit Sahne kochen möchte, würde ich die Sahne erst hinterher, wenn man die Sauce essen will, zugeben. Ich koche die Sauce, fülle sie in saubere Schraubgläser und koche sie anschließend im Einkochtopf ein (für ca. 30 Minuten). Danach beschriften und möglichst kühl lagern. Zur Not geht aber auch eine Lagerung im Küchenschrank. Je kühler, desto länger hält sie sich. Aber wie gesagt, die Haltbarkeit war bei uns nie ein Problem 🙂